Freie Menstruation lernen

Meine Erfahrung mit der Methode der freien Menstruation

Als mir vor ein paar Jahren eine Freundin von der Methode der freien Menstruation erzählt hat und das Buch Regelschmerz ade! von Caroline Oblasser empfohlen hat, war ich gar nicht überrascht, dass es möglich ist – ohne Binden, Tampons und Menstruationstasse zu menstruieren.

Ich habe mich schon öfters gefragt, wie es Frauen früher gemacht haben, wenn sie keine Binden, Tampons und Tassen gehabt haben und habe innerlich doch irgendwie gewusst, dass es auch ohne diese Utensilien geht. Nämlich, dass der weibliche Körper weise genug ist und ganz genau weiß, was zu tun ist: wann er das Blut anhalten und wann loslassen soll.

Ich habe mir das Buch gekauft und habe angefangen, meine Blutung genauer zu beobachten und die freie Menstruation zu probieren. Ich habe diese Methode ziemlich schnell gelernt und heute menstruiere ich mehr oder weniger frei.

Was ist freie Menstruation?

Freie Menstruation ist eine Methode ohne Binden, Tampons, Schwämmchen oder Menstruationstasse zu menstruieren. Es bedeutet natürlich nicht, dass frau ihrer Blutung freien Lauf lässt und mit roten Flecken auf der Hose herumläuft – das ist es natürlich nicht 🙂 Frei zu menstruieren bedeutet, dass frau ihrem Körper gut lauschen kann, auf die Signale ihres Körpers hört und auf die Toilette geht, wenn die Gebärmutter voll ist und das Blut loslassen möchte.

Wie geht das?

Das Prinzip der freien Menstruation besteht darin, dass die Gebärmutter das Blut und die Schleimhaut in Wellen (Intervallen) ausscheidet. Diese Ausscheidung ist den Kontraktionen ähnlich. Wann es an der Zeit ist, auf die Toilette zu gehen, kann frau als Ziehen im Unterleib und/oder als Feuchtigkeit in der Scheide spüren. Mit der Zeit kann sie es auch intuitiv erahnen. So wie wir als Kinder gelernt haben, aufs Töpfchen zu gehen, wenn die Blase voll ist, können wir auch intuitiv spüren, wann die Gebärmutter voll ist. Die Gebärmutter und der Muttermund funktionieren dabei wie eine Art Stausee: wenn die Gebärmutter voll ist, lässt der Muttermund das Menstruationsblut ablaufen.

Möchtest du freie Menstruation lernen?

Wenn du diese Methode lernen möchtest, empfehle ich dir, dies zu Ende deiner Tage zu probieren – wenn deine Menstruation schon schwächer ist. Am Anfang kannst du deine Blutung nur beobachten, ev. ein bisschen länger auf der Toilette bleiben und das Blut abfließen lassen. Du kannst auch deinen Beckenboden entspannen, mit dem Becken ein bisschen nach vorne und dann wieder zurück kippen und ev. den Muttermund nach vorn und unten schieben. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür.

Du kannst auch visualisieren, wie sich der Muttermund öffnet und das angesammelte Blut rauslässt. Vertraue deinem Körper dabei und finde heraus, was dir gut tut und wie du dich am besten entspannen kannst. Wie oft du auf die Toilette gehen musst hängt von der Stärke deiner Blutung ab. In den ersten Tagen ist es natürlich öfters. Zur Absicherung kannst du eine Binde oder eine dünne Slipeinlage tragen. Wenn du dir dabei sicherer bist, reicht auch nur Toilettenpapier oder Watte.

Freie Menstruation nachts und im Job

Die freie Menstruation kannst du auch in der Nacht praktizieren, denn im Liegen ist der Blutfluss geringer. Du kannst auch deinem Körper vertrauen, dass du aufwachst, wenn die Gebärmutter voll ist und du auf die Toilette gehen musst – ähnlich wie bei der Blase.

Ob du die freie Menstruation auch in deinem Job praktizieren kannst, hängt natürlich davon ab, welchen Job du hast. Es ist sicher von Vorteil, wenn du dir deine Arbeitszeit selber einteilen kannst oder wenn du jederzeit die Möglichkeit hast, auf die Toilette zu gehen.

Vorteile der freien Menstruation

 Freie Menstruation ist sehr sauber und hygienisch. Frau muss keine „fremden Artikel“ in die Scheide einführen, sie ist frei von Pestiziden und Bleichmitteln, die viele herkömmliche Tampons und Binden enthalten. Durch die Tampons und Menstruationstassen können außerdem Keime und Bakterien in die Vagina gelangen und Entzündungen auslösen, die Tampons trocknen die Scheide dazu noch aus.

Die Methode der freien Menstruation spart auch dein Geld und reduziert den Müll. Sie lindert sogar die Menstruationsschmerzen – durch das bewusste Ablassen des Blutes werden der Muttermund und die Vaginalmuskeln lockerer und entspannter. Wenn frau Tassen oder Tampons verwendet, sind die Vaginalmuskeln oft angespannt, damit die Tassen und Tampons nicht herausrutschen können.

Nachteile der freien Menstruation

Auch wenn die Methode der freien Menstruation viele Vorteile hat, ist sie nicht für alle Frauen geeignet. Frauen, die eine starke Blutung haben, viel unterwegs sind oder auch viel Sport treiben – für diese Frauen könnte diese Methode eher belastend sein. Sie lässt sich jedoch mit Binden oder Stoffbinden kombinieren und kann dadurch auch die Menstruationsschmerzen lindern.

Möchtest du mehr über die freie Menstruation erfahren?

Das Büchlein Regelschmerz ade! Freie Menstruation: Methode ohne Binden, Tampons und Co. von Caroline Oblasser kann ich dir sehr empfehlen. Es ist ein dünnes Büchlein, sehr informativ und aus der Sicht eines Mädchens geschrieben. Wenn du in Tulln wohnst, kann ich dir gern das Buch auch leihen. Und wenn du sanfte und achtsame Übungen aus dem Luna Yoga lernen möchtest, die das Becken gut durchbluten, mit Wärme und Sauerstoff versorgen und das Bewusstsein für Beckenboden entwickeln, komme mal zu meinem Workshop Luna Yoga und Beckenkraft. Da lernen wir viele Übungen rund ums Becken und Beckenkraft kennen.

Bild: www.pixabay.com
Simona Hansal
Als Luna Yoga® Lehrerin inspiriere ich Frauen, ihren eigenen Rhythmus zu finden, ihn zu spüren und im Einklang mit ihm zu üben und auch zu leben. Meine Kurse und Workshops gebe ich in Tulln an der Donau.

Mehr über mich erfährst du hier.

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