PMS dreimal anders – Einleitung

In der Zeit vor der Menstruation leiden manche Frauen an prämenstruelles Syndrom (PMS). Auch für mich war es lange Zeit ein Thema. Ich hatte Spannungen und Schmerzen in der Brust und im Unterleib, war gestresst, nervös und innerlich angespannt. Ich habe unter prämenstruellem Syndrom gelitten und meine Beziehungen auch. Ich war labil, empfindlich und emotionell und habe fast nichts geschafft – in der Arbeit und zu Hause auch nicht. Ich ließ mich einfach von meinen Befindlichkeiten und Launen steuern.

Vor ein paar Jahren habe ich das weibliche Luna Yoga entdeckt und bin zu einer Luna Yoga Lehrerin geworden. Ich habe gelernt, dass alles im Leben in Bewegung und veränderlich ist – seien es die Mondphasen, Jahreszeiten, das Leben selbst oder der natürliche weibliche Zyklus mit Ovulation und Blutung. Ich habe auch Bücher über Menstruation gelesen und angefangen, die Veränderlichkeit des weiblichen Zyklus zu beobachten und im Einklang mit den einzelnen Phasen zu leben.

Ich habe gelernt, mich auf das Positive und Produktive zu konzentrieren, statt mich von dem Negativen und Unproduktiven steuern zu lassen. Ich habe gelernt, die natürliche Veränderlichkeit des Zyklus zu nutzen, um effektiver zu arbeiten. Und ich habe auch gelernt, besonders die prämenstruelle Zeit zu lieben…

Doch was ist prämenstruelles Syndrom und wo liegt seine Ursache?

Mit prämenstruellem Syndrom (PMS) bezeichnet man „äußerst komplexe Beschwerden, die sich während der letzten vier bis vierzehn Tage vor dem Eintreten der Regelblutung in jedem Monatszyklus einer Frau zeigen können und mit Beginn der Regel aufhören.“ [1]

Diese Symptome können entweder körperlicher oder psychischer Natur sein:

  • Körperliche Symptome:
    Krämpfe im Unterbauch, Brustspannung, Hautveränderungen, Rückenschmerzen Wasseransammlungen, Migräne, Müdigkeit (…)
  • Psychische Symptome:
    Stimmungsschwankungen, Gefühl von Überforderung und Kontrollverlust, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Appetitlosigkeit Angstzustände (…)

Die genauen Ursachen von PMS sind bisher nicht geklärt. Es können schlechte Essangewohnheiten, hormonelles Ungleichgewicht, Stress, Mangel an Vitaminen und Mineralien, psychische Probleme oder wenig Licht sein. [2]

Die amerikanische Frauenärztin Christiane Northrup ist der Meinung, dass PMS heutzutage „deutlicher als alles andere zeigt, dass wir unsere Einstellung zur Menstruation verändern und uns das intuitive Wissen des Menstruationszyklus wieder aneignen müssen.“ [3]

Durch die Behandlungen von vielen hunderten Frauen mit PMS hat sie gesehen, dass „diese neue Einstellung die einzige Möglichkeit ist, zur Wurzel des Problems vorzustoßen.“ [4]

Das soll nicht heißen, dass Behandlungen von Symptomen wie Vitamin- und Progesterontherapien, Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten oder mehr Bewegung nicht sinnvoll wären. Northrup empfiehlt diese als ersten Schritt. Doch langfristig gesehen lohnt es sich, die Menstruation wertzuschätzen und die natürliche Veränderlichkeit des weiblichen Zyklus zu akzeptieren. [5]

Mir persönlich hat diese neue Einstellung geholfen. Ich bin der Meinung, dass psychische Probleme in der prämenstruellen Phase oft damit zusammenhängen können, dass wir uns viel zu viel bemühen, genauso aktiv wie in der Zeit nach der Menstruation oder zum Eisprung (in dieser Zeit war es eben ganz leicht!) zu sein.

Doch wir haben nicht mehr so viel Energie. Oder anders gesagt: wir haben genug Energie, diese ist aber nach innen gerichtet.

Die prämenstruelle Phase ist wie der Herbst

Im Herbst schicken Bäume ihre Energie hinab zu ihren Wurzeln, um sich revitalisieren zu können. Bei uns Frauen ist es ähnlich. Der Körper ist in der prämenstruellen Phase nicht mehr so vital wie in den vergangenen zwei Wochen und das kann – wenn wir uns dessen nicht bewusst sind – zu einer leichten Frustration führen.

Wenn wir stattdessen probieren, unsere Aufmerksamkeit bewusst auf die „Herbstqualitäten“ wie Aussortieren, Reinigen und Putzen (innerlich und äußerlich) zu lenken und der kreativen Energie in uns freien Lauf lassen, können wir überraschend feststellen, dass diese PMS-Phase eine wunderbare und zauberhafte Zeit ist. Sie gibt uns unglaublich viel Kraft:

Mit dem kritischen Sehen entsorgen wir das Alte und schaffen Platz für das Neue. Die Kreativität, die für diese Zeit so typisch ist, hilft uns dabei.

In den nächsten drei Artikeln schreibe ich über die drei gute Gründe, warum ich gelernt habe, die prämenstrulle Phase zu lieben: Klarheit, Konzentration und Kreativität.

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[1] www.wikipedia.de | Bergriff „Prämenstruelles Syndrom“
[2] Christiane Northrup: Frauenkörper, Frauenweisheit, S. 148-149
[3] Christiane Northrup: Frauenkörper, Frauenweisheit, S. 144
[4] Christiane Northrup: Frauenkörper, Frauenweisheit, S. 144
[5] Christiane Northrup: Mutter Tochter Weisheit, S. 406

Simona Hansal
Als Luna Yoga® Lehrerin inspiriere ich Frauen, ihren eigenen Rhythmus zu finden, ihn zu spüren und im Einklang mit ihm zu üben und auch zu leben. Meine Kurse und Workshops gebe ich in Tulln an der Donau.

Mehr über mich erfährst du hier.

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